Träumen ist erlaubt: ein Stadtteil, in dem die Straßen den Menschen gehören!

Fragen & Antworten

Aber es geht doch nicht ohne Auto!

Mehr als die Hälfte der Kreuzberg Haushalte besitzt kein Auto - und es geht auch. Mit (Lasten-)Fahrrad, BVG, S-Bahn und zu Fuß können sie sämtliche Wege zurücklegen und alle Lasten bewegen. Und es kann noch besser werden: Erfindungen wie das CargoCap oder die Lastentram werden sich erst durchsetzen, wenn Autos und Laster aus den Städten verbannt sind.

Ist das nicht schlecht für die Wirtschaft?

Autos schaffen wenige Arbeitsplätze, wo mit großen Maschinen weit weg in Stuttgart oder Asien hantiert wird. Im Gegensatz dazu würde ein autofreies Kreuzberg viele Arbeitsplätze vor Ort schaffen: in kleinen Läden, als Einkäufe-nach-Hause-Bringer, als Lastenfahrradkurier und vieles mehr.

Und was ist mit Elektroautos?

Autos haben unsere Städte gefährlich, laut, dreckig und häßlich gemacht. Elektroautos ändern dabei nur Details:

  • Elektroautos töten und verletzen genau so wie Benziner. Anfangs sogar mehr, weil man sie bei niedrigen Geschwindigkeiten nicht kommen hört.
  • Elektroautos nehmen genau so viel Platz ein wie Benziner, ob sie parken oder fahren. Es sieht also alles genauso aus wie vorher, zugepflastert und zugeparkt.
  • Ab ca. 25 km/h sind die Reifengeräusche eines PKWs lauter als der Motor. Selbst wenn nur noch Elektroautos fahren würden, würde es nur wenig leiser werden.
  • Es ist immer noch eine extreme Energieverschwendung, für eine einzelne Person – und in fast allen Autos sitzt nur eine Person – eine riesiges, schweres Auto zu bewegen. Elektroautos verschieben den entstehenden Dreck nur zu den Kraftwerken. Die Luft in den Städten mag besser werden, dafür wird sehr viel mehr Dreck durch Kohle- und Atomkraftwerke erzeugt werden müssen.

Würde das nicht die Mieten noch mehr hochtreiben?

Das Carloft in Kreuzberg hat gezeigt, dass Haushalte mit hohen Einkommen ihr Auto am liebsten ins Schlafzimmer stellen. Ein autofreies Kreuzberg ist dagegen anziehend für Familien und Geringverdiener, die sowieso kein Auto besitzen. Menschen, die wirklich in Kreuzberg wohnen wollen werden bleiben - alle, die hier nur parken möchten, nicht.

Kreuzberg wurde in den 70er und 80er Jahren von gegen die Autobahnplanung und Flächensanierung protestierenden Menschen (weitgehend Geringverdiener) gerade gegen die massive Umgestaltung gerettet. Deshalb hat dieser Stadtteil sein Gesicht nicht verloren und hat inzwischen eine überwiegend stabile Bevölkerung, die sich nicht vertreiben lassen will – schon gar nicht durch Besserverdienende! Die angestammten Kreuzberger setzen auch weiterhin auf Einmischung und Weiterentwicklung der Stadtentwicklung; Straßen und Ufer gehören unbedingt dazu. An Ideen mangelt es am Wenigsten! Autofreie Straßen senken den Autobestand weiter – was Kreuzberg und das Leben in Kreuzberg noch attraktiver macht.